Dienstag, 24. Mai 2016

22 SSW: 2. grosses Organscreening

Dienstag war es soweit, das zweite grosse Organscreening stand an, vor dem ich ein bisschen Angst hatte, weil ich schon einige Horrorgeschichten von Spätabtreibungen gehört habe. Der Arzt, Dr. Boris Tutschek, ein Pränatalspezialist, der 2014 vom deutschen Focus Magazin zu den Top Medizinern Europas gewählt wurde und den ich wärmstens empfehlen kann, untersuchte vor allem das Herz unsere kleinen Sohnes ausgiebig. Herzklappen, Blutströme, Aorta, Venen ... soweit sieht alles gut aus. Juppieh!
3D-US, Quappi, 22. SSW, 23.5.3016

Hirn, Lunge, Blase, Nieren usw. hatte er sich in der 14. SSW schon genauer angeschaut und meinte auch hier, dass alles unauffällig aussehe. *Erleichterung*.

Ausserdem hat der freundliche und kompetente Arzt zwei wahnsinnig schöne Ultraschall-Bilder von Quappi gemacht, und was soll ich sagen, ich bin verliebt! 

Da ist er nun, mein kleiner Sohn! Immer noch ein Lineal lang, aber inzwischen immerhin 450 Gramm schwer. Da liegt er mit seinem knubbeligen Stupsnäschen und seinen Pausbäckchen schlafend in meiner Gebärmutter,  die Nabelschnur locker über die Schulter geworfen. 

Nabelschnurumwicklung meist kein Problem

Dies ist übrigens entgegen der Annahmen vieler besorgter Schwangerer kein Problem. Jedes dritte Kind wickle sich im Mutterleib die Nabelschnur um den Hals. Dies sei bei den Turnübungen, Kopfständen, Purzelbäumen, Drehungen und Wendungen der Kleinen im Bauch, ganz normal. Die Konsistenz der Schnur sei so flexibel und nachgiebig, dass es den Babys im Bauch in der Regel nicht schade. Nur bei der Geburt, oder wenn die Schnur zu kurz ist, was selten vorkommt, dann kann die Nabelschnurumwicklung zu einer Gefahr für das Neugeborene werden. Auf jeden Fall zum jetzige Zeitpunkt kein Grund zur Sorge... Es kann gut sein, so der Arzt, dass sich die Schnur bei der nächsten Drehung wieder vollständig abwickelt.

Ich bin verliebt

2D-Ultraschall, Quappi 23.5.2016, 21+4.
Hach, mein kleines Baby. Kleiner Quappi! Am liebsten würde ich Dich jetzt schon in den Armen halten, Dich drücken und kuscheln, hegen und pflegen. Fragt mich dann nach drei Wochen mit durchwachten Nächsten noch Mal. *lol* Ich habe jedenfalls schon Sehnsucht nach ihm. Die Bindung zwischen Mutter und Kind ist definitiv hergestellt. Ist er nicht süss? Ist er nicht süss? Ist er nicht wahnsinnig, wahnsinnig süss? ich werde verrückt vor Ungeduld und Sehnsucht. Die SS-Hormone tun ihren Dienst jedenfalls ganz hervorragend. Mein Kind, mein Kind. Wann bist Du endlich bei mir. Ich vermisse Dich jetzt schon ganz fürchterlich.

So gerne wüsste ich, wie Du in Wirklichkeit aussiehst. Hast Du blaue Augen? Bestimmt. Kommst Du nach deinem Papa, kommst Du nach mir? Bist Du ein Tag- oder Nachtmensch? Trinkst Du gut, schläfst Du gut? Wie entwickelst Du Dich? Fragen über Fragen.

Schwangere Robbe mit blinkender Signallampe auf dem Kopf

Nun musst Du kleiner Spatz noch 4 Monate wachsen in meinem Bauch. Wachsen, gedeihen, reifen. Bis Du Ende September/Anfang Oktober endlich deine warme dunkle Höhle verlässt und ein Teil unserer kleinen Familie wirst! Nichts darf Dir mehr passieren. Ich muss ganz fest darauf achten, dass es Dir kleinem Bauchbewohner weiterhin gut geht. 

Vielleicht sollte ich das Velo fahren doch lieber einstellen? Es ist zwar anscheinend gut für die Venen und Gesundheit der schwangeren Frau (solange nichts passiert), allerdings zwickt und zwackt mich der Bauch auf meinem Trekkingrad ganz schön. Ich bräuchte eine Hollandrad, auf dem ich aufrecht und langsam über die Strassen radeln kann. Natürlich könnte dann immer noch etwas passieren. Ebenso wie beim Schwimmen. Am Weekend war das Wetter so schön, dass ich das erste Mal in der beheizten Badi in Seebach war, und liebe Leute, ich muss euch sagen, dass ich mich nicht immer wohl gefühlt habe. Denn schnell hat einen jemand unabsichtlich in den Bauch getreten... ich hätte gerne eine orangefarbene, blickende Warnlampe auf dem Kopf, die alle davor warnt mir und meiner kostbaren Fracht zu nahe zu kommen, wenn ich durchs Wasser oder auf dem Velo durch die Gegend robbe. 

Freitag, 13. Mai 2016

21. SSW - Es lebt! Die ersten Bewegungen von Quappi

Endlich muss ich nicht immer auf die Frauenarzt-Termine warten, um zu wissen, dass Quappi lebt.
Schon seit nun knapp drei Wochen vermute ich, dass die komischen Empfindungen, die ich habe, mein Sohn sind, der sich in mir bewegt. Wahnsinn! Am Anfang fühlte es sich an wie ein leichtes Flattern im Bauch,  und ich war mir nicht sicher, ob es tatsächlich mein Baby ist. Inzwischen bin ich mir allerdings 100-prozentig sicher, denn die Bewegungen werden häufiger und heftiger.

Am ehesten spüre ich Quappi, wenn ich mich selber ruhig verhalte, z.B. beim Sitzen im Büro, beim Entspannen in der Badewanne oder abends im Bett. Dann streichele ich meinen Bauch und halte stumme Zwiesprache mit dem kleinen Wurm. «Na, Quappi. Geht's Dir gut? Zappelst Du ein bisschen herum?»

«MAMA - gib mir mehr»

Besonders aktiv wird er, wenn ich Kaffee trinke (eine Tasse am Tag ist erlaubt!), oder wenn ich einen Riegel Schoggi esse. Der Kleine kriegt dann einen Energieschub und scheint mir andeuten zu wollen: Ja, Mama. Gib mir MEHR DAVON! MAMA, ICH WILL MEHR!

Allerdings sollte man sich natürlich eher gesund ernähren, weil die Kleinen jetzt schon schmecken, was Mama isst und quasi bereits für ihr späteres Leben konditioniert werden. Eigentlich sollte ich also in Massen Rosenkohl, Spinat, Fisch und Co essen und tue das... natürlich... in Massen... ääähhhm....

Leider habe ich immer noch Probleme mit dem Essen, zumindest abends. Die letzten beiden Abende habe ich mich leider Mal wieder dazu hinreissen lassen, statt meinem allabendlichen Haferbrei, oder meiner klaren Brühe mit Nudeln, mir einen riesen Teller Spaghetti Bolognese reinzuziehen. Den Rest des Abends habe ich das dann schwer bereut, weil mein Bauch aufquoll als wäre ich im 18. Monat (mindestens) und die Spaghetti verliessen am Ende des Abends meinen Magen auch wieder. Ich werde also wohl auch die nächsten fünf Monate abends herrliche Haferbrei-Menüs zu mir nehmen müssen. Lecker.

Die Bewegungen meines Bauchbewohners haben mich übrigens nie an Magen- oder Darmgeräusche erinnert, obwohl ich diese leider immer noch zur Genüge habe, sondern eher an das Zuckeln eines Muskels z.b. des Oberschenkels, halt nur inside. Mitten in meinem Bauch, wahlweise auch Mal über meiner linken oder rechten Leiste. Quappi "sitzt" übrigens tiefer als ich dachte. Ich spüre die Bewegungen relativ tief, so knapp überm Schambein meistens.


Ein Lineal lang und ein iPad schwer

Heute hatte ich übrigens wieder Mal einen Untersuchungstermin bei der Frauenärztin. In der 21. SSW wird die Länge des Gebärmutterhalses und die Grösse des Muttermundes kontrolliert. Alles in Ordnung, kein Problem. Nur die Plazenta liegt noch relativ tief (nah am Muttermund) und sollte wohl noch in den nächsten Wochen hochwandern. Wenn sie das nicht tun sollte, ich also eine "Placenta Praevia" (die die Öffnung des Muttermundes teilweise oder halb verdeckt) hätte, dann könnte ein Kaiserschnitt notwendig werden. Naja, Mal abwarten. Momentan bedeckt sie den Muttermund nicht, ist halt nur ziemlich nah an ihm dran.

In der 23. SSW steht dann das zweite grosse Organscreening an, in dem man sehen kann, ob alles so liegt und funktioniert, wie es sollte.

Diesess Organscreening ist eine weitere wichtige Hürde auf dem Weg zu einem gesunden Baby. Ab und zu hört man Horrorgeschichten von Müttern, die zu diesem Zeitpunkt noch abgetrieben haben, weil das Baby schwer behindert war. Dann wird das Baby im Bauch getötet und muss anschliessend geboren werden.

Eine schlimme Vorstellung, denn schliesslich ist mein kleiner Bauchbewohner (Stand heute schon 24 cm lang und wiegt 300 gramm. So lang wie ein Lineal und so leicht wie ein iPad). Vor diese Wahl möchte ich nicht gestellt werden und bete inständig, dass mein kleiner Fratz gesund ist!

Übrigens hat meine Ärztin heute auch wieder einen Ultraschall gemacht. Leider "hatte sie heute kein Foto für mich", da Quappi in meinem Bauch einen Kopfstand machte. Dadurch liess sich kein schönes Ultraschall-Bild erzeugen. Den Kopf hatte Quappi schön in der Nähe meiner Blase, die unter der Gebärmutter liegt, daher auch mein ständiges Bedürfnis zu pieseln. Die Hände hatte der Kleine in Brusthöhe, hat vor sich hin gezappelt, die Beinchen lässig übereinander geschlagen. Alle fünf Finger konnte die Ärztin bereits sehen. Verrückt, was man im Baby-TV alles erkennen kann.

Sah auf jeden Fall ganz relaxt aus, der Kleine. Scheint gemütlich zu sein, so kopfüber in meinem Bauch.


5 kg Gewichtszunahme und ein schöner Entengang

Ich habe übrigens schon 5 Kilogramm zugenommen. Gott sei Dank das meiste am Bauch, so dass ich nun nicht mehr verhehlen kann, dass ich in freudiger Erwartung bin. Dies sei völlig in Ordnung meint meine Ärztin, schliesslich sei ich mit Normalgewicht in die SS gestartet und dürfe insgesamt etwa 14 kg zunehmen.

Meinem Liebsten - der selber natürlich einen Astralkörper hat - scheint die schnelle Gewichtszunahme schon ein wenig unheimlich zu sein, denn er meinte letztens, dass ich mehr auf meine Ernährung achten solle. Ausserdem ärgert er mich schon jetzt manchmal mit tollen Spitznamen wie "Entchen" oder "Wal".

Denn ich habe nicht nur schon eine rechte Kugel, sondern ich watschele bereits ein wenig. Typischer Schwangerschaftsentengang, der vom wachsenden Bauchvolumen und den sich lockerenden Bändern herrührt. Da er mich dabei liebevoll streichelt und/oder umarmt, kann ich mit diesen wenig schmeichelhaften Bezeichnungen gut leben, auch wenn ich ihn quasi pro forma anmotze, dass er mich nicht mit derartigen Kosenamen beglücken soll.

Im Übrigen freut sich meine bessere Hälfte immer mehr über meine Schwangerschaft. Manchmal höre ich so Äusserungen wie: "Du weisst schon, dass unser Sohn nach mir kommt. Der braucht viel Ruhe", oder er legt die Hand auf meinen Bauch - vermutlich in der Hoffnung Quappi zu spüren - vielleicht redet er aber auch heimlich mit ihm. Bis jetzt spürt er den Kleinen leider noch nicht, aber ich denke spätestens in ein paar Wochen sollte es soweit sein.

Sonntag, 17. April 2016

16. Schwangerschaftswoche: 16 Zentimeter, 120 Gramm

Am Dienstag war endlich wieder Ultraschall. Jippieh!

Diesem Tag fiebere ich immer entgegen, denn dann sehe ich endlich wieder, dass es Quappi gut geht, dass er lebt und, dass er wächst. 

Auch, wenn Quappi anscheinend eher von der faulen Sorte ist, denn er lag - wie schon beim letzten Ultraschall vor vier Wochen auf dem Bauch, Köpfchen rechts, Beine angewinkelt, so als hätte er sich seit dem letzten Baby-TV gar nicht gerührt. Meine Ärztin meint allerdings, dass ich mir keine Sorgen machen soll, Babies würden im Mutterleib Samba tanzen, sich ständig drehen und wenden. Na, hoffen wir Mal, dass sie recht hat. 

Während der letzten beiden US-Untersuchungen war er auf jeden Fall ganz ruhig und hat sich nicht gross bewegt. Deutlich zu sehen war dieses Mal das Geschlecht des kleinen Zwergs. Kein Zweifel: ein Junge.

Inzwischen ist er 16 Zentimeter gross (Gesamtlänge, nicht mehr Scheitel-Steiss-Länge) und wiegt 120 Gramm. Etwa so gross wie eine Tafel Lindt Excellence Schoggi, und nur unwesentlich schwerer. Laut diversen Ratgebern verdoppeln Babies bis zur 20. SSW dieses Gewicht nahezu. 

In der 20. SSW dann habe ich auch das nächste Mal Ultraschall, und nicht irgendeinen, sondern das extrem wichtige Organscreening, in dem bereits viele Fehlbildungen festgestellt werden können. Es soll Frauen geben, die ihr Baby zu diesem Zeitpunkt noch abgetrieben haben, weil es eine eine schwere irreparable Schädigung (Herzfehler o.ä.) gehabt hat. Wie ich mich entscheiden würde? Keine Ahnung. Ich möchte auch nicht vor diese schreckliche Wahl gestellt werden. Deshalb bitte, bitte Quappi sei bzw. bleib gesund!

Ich freue mich schon auf den Tag an dem ich Dich das erste Mal spüre. In drei bis vier Wochen soll es soweit sein. Ob ich direkt merke, dass Du es bist, der sich in mir bewegt?

Wahrscheinlich denke ich nur, dass mein Verdauungstrakt Mal wieder spinnt. Das tut er nämlich immer noch, und wie. Zwar ist mir nicht mehr schlecht (es sei denn ich esse zum Z'Nacht irgendeine krasse Fettbombe, letztens Kartoffelgratin mit Bechamelsauce und Käse ausprobiert... böser, böser Fehler, ich habe 4 Stunden gelitten wie ein Hund), aber ich leide immer noch bzw. immer mehr unter meinem Blähbauch und den entsprechenden Gasen, die sich an allen Ecken und Enden Luft verschaffen. Ich warte ja schon darauf, dass es auch aus meinen Ohren, oder meinem Bauchnabel blubbert. 

Als ich der Ärztin mein Leid geklagt habe, meinte die nur: "Jetzt schon? Oh je, das wird nur noch schlimmer, denn die Verdauung läuft in den nächsten Monaten eher noch langsamer ab." Na toll. Mein Liebster wäre letztens im Schlafzimmer bereits beinahe umgekippt. Giftgasgebiet.

Themen, über die keiner redet

Anscheinend herrscht bei ganz vielen Schwangeren ein solcher Giftgasalarm. So liest man es jedenfalls im Internet und in diversen Ratgebern. Meine Freundinnen haben mir hingegen nie etwas davon erzählt und dass, obwohl die meisten von ihnen bereits Nachwuchs haben. Wahrscheinlich gehört dies zu den Themen, die man erst bespricht, wenn man zum Mama-Club gehört. Schliesslich möchte man die Mädels ohne Kinder nicht mit derartigen Details verschrecken.

Es gibt sowieso Einiges, das ich, bevor ich schwanger wurde, noch nicht wusste, obwohl ich mich aufgrund der zahlreichen Freundinnen mit Kindern um mich herum und ihren ausgiebigen Schwangerschaftserzählungen bereits dachte, ich sei Profi. Weit gefehlt. Von so ganz harmlosen Dingen wie sich dehnende Mutterbänder, die einen immer Mal wieder im Bauch zwicken, davon, dass der Bauch sich viel härter anfühlt als normal und, dass er bei zu schnellen Bewegungen (oder beim Niesen) plötzlich kurz weh tut, hatte ich bislang keine Ahnung. 

Obwohl ich anerkennend sagen muss, dass die meisten meiner Freundinnen ehrlich über ihre Ängste und ihre Erlebnisse in der Schwangerschaft und bei der Geburt geredet haben. Da habe ich doch schon so Manches erfahren, was mich jetzt in meiner eigenen Schwangerschaft und vermutlich auch bei der Geburt vor einer Scham- oder gar Panikattacke bewahrt. 

Und ich muss sagen Mädels: darüber bin ich echt froh. Denn ich glaube man ist sowieso schon von dem ganzen Geburtsding emotional so gefordert, dass es gut ist, wenn man über die nicht so schönen Dinge bereits Bescheid weiss, die da passieren (können). 

Na gut, Themenwechsel. Viele Frauen sagen ja, dass die Schwangerschaft die schönste Zeit ihres Lebens gewesen sei, warum, ist mir echt ein Rätsel. Denn ich habe in meinem Leben noch nie so viel gespuckt, gegorpst und gepupst wie in den vergangenen Monaten, ich konnte noch nie so wenig essen, wie in der letzten Zeit und ich war selten so nah am Wasser gebaut wie momentan. Vielleicht noch so ein Tabuthema? Vielleicht habe ich auch einfach Pech? 

Natürlich tun diese "kleinen Unannehmlichkeiten", wie sie immer so schön euphemistisch genannt werden, meiner Freude darüber, dass ich Mama werde, keinen Abbruch. Ich kann es ehrlich gesagt immer noch nicht fassen, dass IN MEINEM BAUCH ein KLEINER MENSCH heranwächst. MEIN KIND. HURRA! 

Denn offensichtlich tut es das, denn mein Bauch wird von Tag zu Tag runder und meine Verdauung schlechter ... Ausserdem beginne ich nun langsam auch damit nicht nur in Ab- sondern auch in Anwesenheit anderer Leute ungeniert meinen eigenen Bauch zu streicheln. Dann rede ich in Gedanken mit Quappi, oder es piekst mich irgendetwas, oder ich versuche meine Verdauung irgendwie in Gang zu bringen. Schon wieder dieses Thema ...

Nein, wirklich. Ich muss immer heulen, wenn ich daran denke, dass ich bald meinen eigenen Sohn in den Armen halte, wenn ich darüber nachsinne wie er wohl aussieht, wie es wohl ist, wenn ich ihn das erste Mal in den Armen halte, aber auch wenn ich wildfremde Mütter mit ihren kleinen Söhnen auf der Strasse sehe, wenn in der Zeitung etwas darüber steht, dass ein Kind verletzt oder getötet wurde. Hier sind meine Hormone auf jeden Fall super aktiv und das ist auch gut so. Denn ich kriege ein Baby, ein kleines hilfloses Wesen, dass alle Liebe braucht, die es von seiner Mama und seinem Papa erhalten kann, einen kleinen Wurm, der mir langsam, und das nicht nur sprichwörtlich, ans Herz wächst. 

Quappi, Quappi. Hoffentlich geht es Dir gut. Ich bin so froh, wenn ich Dich endlich in mir spüren kann und nicht mehr auf den Ultraschall warten muss, der mir zeigt, dass mit Dir alles in Ordnung ist.

Samstag, 9. April 2016

Ersttrimestertest gut überstanden, Bauch wächst

Endlich komme ich Mal wieder zum Schreiben. Ich würde gerne viel öfter, habe aber allerhand um die Ohren. Denn es gibt ganz schön viel, um dass man sich kümmern muss, in der Schwangerschaft.

Ersttrimestertest

In der 14. SSW endlich der Ersttrimestertest, ein Feinultraschall bei einem DEGUM 3 Spezialisten (Dr. Tutschek), der laut Focus zu den besten 100 Medizinern in Europa gehört. Wie beruhigend.

Mit Quappi ist anscheinend alles in Ordnung. Das Herz schlägt, die Organe sind dort, wo sie hingehören, die Wirbelsäule sieht geschlossen aus, die Nackenfaltenmessung fiel sehr gut aus ... also alles tutti. Quappi lag auf dem Bauch und hatte ein Beinchen untergeschlagen, weshalb man dieses nicht sehen konnte. Der Arzt versuchte noch den Kleinen dazu zu bringen sich zu drehen, indem er mit dem US-Gerät kräftig an meinem Bauch rüttelte, aber nichts da. Unseren Nachwuchs scheint nichts aus der Ruhe zu bringen. Schläft wohl gerne. Hat er von seinen Eltern. :-)

Apropos ER: Mit einer 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit (so der Arzt) wird Quappi ein Junge. Ich habe zwar Nichts davon gesehen, aber viel erkenne ich als Laie beim Ultraschall eh nicht. Ich freue mich.

Grösse: 11,3 cm (Scheitel-Steiss-länge 8,3 cm). Kurz gibt es eine Schrecksekunde als der Arzt meint, er müsse die Kopfwerte noch Mal anders berechnen, sie seien bei der einen Berechnung nicht gut. Köpfchen zu klein. Also lege ich mich noch Mal auf die Liege, kriege ein zweites Mal glitschiges kaltes Gel auf mein Bäuchlein und der Arzt schaut ein weiteres Mal in mich hinein. Dann die Entwarnung. Die Werte sind normal. Halleluja!

Mein Göttergatte war mit von der Partie, sagte aber kaum etwas, da er sehr müde von der Arbeit war, nur als wir die Herztöne vom Baby hören, fragt er, ob es eine Aufnahme davon gibt. Der Arzt verneinte. Wir Doofis denken auch nicht daran, dass man dank Iphone ja heute ohne Probleme selber Videos mit Ton drehen kann. Nun ja, nächstes Mal.

To Do's nach dem ETT

Nun wird es ausserdem für einige organisatorische Dinge Zeit. Ich habe mich in den letzten Tagen gekümmert um:

Hebamme: Leider macht die Einzige, die mir bis jetzt zugesagt hat, keine Vorgespräche, d.h. ich sehe sie das 1. Mal im Wochenbett, hoffe das wird gut. Und hoffe, sie vergisst mich bis dahin nicht. Ist noch so lange hin. Vielleicht suche ich auch noch eine Alternative. Wenn jemand also eine Hebamme kennt ... ich bin offen.

Kinderkrippe: Ja, schon in der 14. SSW kümmere ich mich um einen Krippenplatz. Anscheinend muss man das so früh. Angemeldet bin ich bei mehreren, entschieden haben wir uns aber noch nicht, möchten aber einen Platz in unmittelbarer Nähe haben. Freie Tagesmamis gibt es leider momentan im Kreis 3 keine, aber vielleicht findet sich ja auch da noch was.

Schwangerschaftsgymnastik: Ja, auch um mich selber kümmere ich mich. Habe nämlich momentan kaum Kraft und Zeit für Sport und deshalb des öfteren Schulter- und Rückenschmerzen. Jetzt schon!(Wie soll das erst mit dickem Bauch werden?) Wird also höchste Zeit, dass ich aktiv werde. Habe mich nun für einen Wasser-Yoga-Kurs entschieden, da ich immer schon eine Wasserratte war. Ende April gehts los. Juppieh. Ist zwar nicht ganz günstig, aber ich freue mich. Mal schauen, ob ich noch irgendeinen anderen Kurs mache, denn dieser findet nur 1x in der Woche statt.

Worum man sich sonst noch kümmern muss

Spital: Ich möchte gern ins Spital um die Ecke gehen, und muss unbedingt an einen Infoabend gehen. Ich habe keine Ahnung, ob man sich da irgendwie anmelden muss, oder einfach ins Krankenhaus fährt, wenn die Wehen losgehen?!? 

Hechelkurs: Ja, auch um einen Geburtsvorbereitungskurs habe ich mich noch nicht gekümmert, auch diese sollen schnell ausgebucht sein, weshalb ich auch hier Gas geben muss.

Kinderzimmer und Kleider: Da ich im Mai mit meinem Einbürgerungstest und einem hohen Workload im Büro noch sehr beschäftigt bin, werde ich mich erst ab Juni um die Umgestaltung unseres Büros aka Babyzimmers kümmern können. Da meine Schwester aus dem fernen Hamburg gerade zu Besuch war (was sehr schön war) und ein riesiges Paket mit Babysachen von ihrem 4-jährigen Sohn dabei hatte, habe ich nun schon die ersten Teile für die Erstlingsausstattung. Juppieh. Echt mega lieb von ihr. Wahnsinn wie klein die Kleidchen für die ersten Wochen sind. Puppengrösse. Am Besten gefällt mir ein süsser weisser Strampler mit Bärenohren, den wollte ich unbedingt haben. Mein Neffe sah schon so mega goldig darin aus, als er ihn mit 3 Monaten getragen hat. Nun wird ihn also - wenn alles gut geht - auch unser Sohn anhaben. Verrückte Sache! 

Rechtliche Absicherung: Da wir aufgrund der Heiratsstrafe nicht heiraten (schade), möchte ich mich rechtlich absichern. D.h. mein Liebster und ich müssen nun allerlei Verträge aufsetzen (lassen): Patientenverfügung, Unterhaltsvertrag, Konkubinatsvertrag, Bescheinigung darüber, dass die Rente im Todesfall an den Lebenspartner geht, ausserdem muss mein Götter-Nicht-Gatte schon vor der Geburt sein Kind anerkennen. Es stehen uns also noch einige Behördengänge bevor. Uff. 


Mein wachsender Bauch

Irgendwie komisch, aber auch schön ist, dass mein Bauch langsam anfängt zu wachsen. Momentan sehe ich eher noch aus, als hätte ich an Weihnachten und Silvester und Ostern zu viel gemampft, aber naja, da muss man wohl durch. Bald erkennt selbst ein Blinder mit Krückstock, dass ich nicht fett geworden bin, sondern dass ich MAMA werde. 

Ich habe jetzt - 15. SSW - schon 3 kg zugenommen und 3 cm mehr Bauchumfang (morgens vor dem Frühstück gewogen) als in der 8.SSW. Umstandshosen trage ich ja schon seit einigen Wochen, weil ich immer noch (v.a. abends) einen megamässigen Blähbauch vor mir herschiebe und mir leider immer noch ab und zu übel ist.

Ich kann immer noch v.a. Kohlenhydrate zu mir nehmen, also Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln. Das geht natürlich schön auf die Figur. Obst und Gemüse vertrage ich nur in der ersten Hälfte des Tages und auch bei Weitem nicht alles. Bei Fleisch ist Hühnchen hoch im Kurs, auf Thunfisch habe ich auch öfters Bock, soll man aber anscheinend nicht so oft, wegen einer möglichen Quecksilberbelastung des Fischs. Andere Fische und Meeresfrüchte habe ich in den letzten Wochen auch ein paar Mal probiert, die sind aber leider immer ganz schnell wieder im Klo gelandet. Ebenso Pizza, Pommes, Käse und andere fettige Sachen. Vertrage ich gar nicht. Scharfes Essen scheint meinem Bauchzwerg anscheinend nicht so viel auszumachen, vielleicht kriege ich einen Inder oder Thailänder ... haha.  

Ein weiteres Wehwehchen, das echt nervt, ist das Sodbrennen, das ich habe. Abends, mit schöner Regelmässigkeit. Juchhee. Aber ich rechne fest damit, dass dies bald aufhört und dann esse ich erst Mal ALLES, ALLES was ich nun seit Monaten nicht essen konnte. Pizza und Pommes sind auf jeden Fall ganz vorne mit dabei, aber auch Obst aller Art ... Auf Sushi und Steak muss ich ja leider noch länger warten, aber wenn ich es erst Mal wieder darf, dann schlage ich auf jeden Fall zu.

Mein Liebster freut sich schon, weil mein Bauch bald eben so voluminös ist, wie seiner. *Haha* Ich freue mich auch darauf bald endlich einen richtig kugelrunden Babybauch zu haben und creme ihn  jeden Abend fleissig ein. Ausserdem warte ich gespannt auf die ersten spürbaren Bewegungen unseres kleinen Quälgeistes, das dauert aber wohl noch einige Wochen. So zwischen der 20.-23. Woche spüren es die meisten Erst-Mamas.

Am 13. April habe ich wieder eine Routine-Arztuntersuchung. Hoffentlich mit Ultraschall, damit ich sehen kann, was Quappi gerade so macht ... Ist immer so schön zu sehen, dass es dem Baby gut geht. 


Donnerstag, 24. März 2016

Kurzgeschichte II - Die Kündigung

Ich habe beschlossen auf diesem Blog nicht nur meine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle zur Schwangerschaft und Mutterschaft zu posten, sondern gleichzeitig ein Projekt zu starten, das mir schon lange im herumgeistert. Wundert Euch nicht, wenn die Geschichten krass werden, ich werde meine Ängste in den düstersten Farben ausmalen, aber vielleicht auch Mal kitschige Hoffnungen, Träume und die Erlebnisse anderer Mütter in fiktionale Storys verpacken. Viel Spass & denkt dran: alles nur Fiktion.


2. Die Kündigung

„Schatz, ich muss mit Dir reden.“
„Was ist denn los?“
„Im Büro... sie haben mir gekündigt?“
„Was? Aber wir bekommen ein Baby. Die können doch nicht jemanden rausschmeissen, der gerade zum ersten Mal Papi wird.“
„Das ist denen scheissegal, Lea. Ein halbes Jahr Kündigungsfrist habe ich, aber im November bin ich raus.“

Lea hatte sich schon immer eine eigene Familie gewünscht. Schon seit sie ein kleines Mädchen war, hatte sie nur einen Wunsch: Mami werden. Und jetzt wo es nach 35 Jahren endlich soweit ist, sollte sie diejenige sein, die 100 Prozent arbeiten würde gehen müssen, um die Familie zu ernähren, während ihr Göttergatte „bäbelend“ zuhause sässe? So hatte sie sich das nun wirklich nicht vorgestellt. Aber was sollte sie machen? 

Ihr Mann, der einen guten Job in der Textilbranche gehabt hatte, würde einen Monat nach Geburt ihres Babys seinen letzten Arbeitstag haben und dann zuhause sitzen. Denn bislang war weit und breit keine neue Stelle in Aussicht. Für Lea bedeutete dies nach den nur 15 Wochen obligatorischem Mutterschaftsurlaub, der einem in der Schweiz zusteht, wieder Vollzeit arbeiten zu gehen. Das Baby nur abends zu sehen und am Wochenende. Eigentlich kaum einen Anteil an der Entwicklung und Erziehung ihres Nachwuchses zu haben. Als sie daran dachte, musste sie ein paar Tränen herunterschlucken, die sich heiss in ihren Augen sammelten. Sie hatte einen dicken Kloss im Hals, zumal sie daran dachte, wie die Arbeitslosigkeit ihres Gatten beim letzten Mal verlaufen war. Denn bevor er die nun gekündigte Stelle angetreten hatte, war er bereits drei Jahre ohne Anstellung gewesen. Damals war er die meiste Zeit unglücklich, antriebslos und depressiv auf dem Sofa gelegen, hatte den ganzen Tag Fernsehen geschaut und Fast Food in sich hineingestopft. Ein Leben, das sie ihrem Neugeborenen nicht zumuten wollte. Aber was bliebt ihr für eine Wahl? Sie musste arbeiten gehen und hoffen, dass Viktor sich dieses Mal besser im Griff haben würde.


Es ist 18:30 Uhr. Endlich zuhause. "Das war wieder Mal ein verdammt anstrengender Arbeitstag," denkt Lea müde und schliesst die Wohnungstür auf. Sie schaut in den Flur und fühlt sich direkt hineinversetzt in eine Reportage, Berichterstattung live aus dem Kriegsgebiet. Auf dem Boden liegen Papierfetzen, ein kaputtes Spielzeug, dreckige Männerschuhe von undefinierbarer Farbe, ein angelutschter Schleckstengel, drei saubere Windeln, Buntstifte und eine vor Schmutz starrende Jacke. Alles durcheinander. Aus dem Wohnzimmer dröhnt der Kommentar eines Fussballspiels. Ein Baby schreit.

Lea tritt seufzend ins Chaos ein und ruft: „Hallo“. Keine Antwort. Also kickt sie die Schuhe zu dem Unrat am Boden und blättert kurz den Stapel Post durch, der neben 1000 anderen unnützen Sachen auf dem Sekretär im Flur liegt. Seufzend hängt sie ihre Jacke auf, hebt die Windeln vom Boden auf. Dann betritt sie das Wohnzimmer.

Auf der Couch liegt Viktor laut schnarchend, halb eingewickelt in eine Decke. Bekleidet ist er mit einem schmutzigen T-Shirt, der Bund einer weissen Feinripp-Unterhose blitzt unter der Decke hervor. Vor ihm auf dem Tisch steht ein Teller mit Essensresten in einer Pfütze aus weisser Flüssigkeit. Anscheinend ist das halbvolle Schoppenfläschchen umgekippt. Lea beobachtet wie die Milch sich in der Pfütze auf dem Tisch sammelt und einige Tropfen langsam am Tischbein hinunter auf den Boden laufen, wo sich eine weisse Lache auf dem Parkett bildet in deren Mitte eine dreckige schwarze Baumwollsocke liegt. An Viktors Brust gekuschelt, ebenfalls friedlich schlummernd, liegt Konrad, Leas und Viktors vier Monate alter Sohn.

Leise schleicht Lea um Viktor herum zu ihrem winzigen Augenstern, hebt Konrad hoch und schliesst ihn vorsichtig in die Arme. Der Kleine fängt direkt leise an zu jammern und Viktor schrickt auf dem Sofa zusammen und reisst ruckartig die Augen auf. „Ach, Du bist’s nur“, sagt er und schliesst sie sofort wieder. Unter Konrads Nase klebt angetrockneter Rotz, er trägt ein durchgeschwitztes weisses Babymützchen, einen nach säuerlicher Milch riechenden, vollgekotzten Strampler und eine blaue Babysocke. Lea rümpft die Nase und stöhnt. „Willkommen bei den Flodders“ denkt sie, und merkt wie sich sich eine immer grössere Wut in ihrem Bauch breit macht. Aus einem Reflex heraus schüttelt sie Viktor heftig am Arm und sagt: „Sag Mal, hast Du sie noch alle? Weisst Du eigentlich wie es hier aussieht? Du spinnst ja wohl, Konrad so verwahrlosen zu lassen.“ Viktor öffnet die Augen und starrt sie hasserfüllt an: „Du spinnst jawohl. Mich einfach so zu wecken. Lass mich in Ruhe“, dann schliesst er die Augen scheinbar ungerührt wieder.  


Lea schnappt nach Luft. Dann holt sie einen frischen Strampelanzug aus der Kommode im Kinderzimmer, geht ins Bad und tupft Konrad mit einem weichen feuchten Tuch vorsichtig das dreckige Gesichtchen ab. Diese Prozedur lässt der Kleine sich natürlich nicht bieten und beginnt wie am Spiess zu schreien. Lea seufzt wieder und denkt: „Warum nur? Warum habe ich mir das angetan? Einen solchen Chaoten zu heiraten, ich hätte es besser wissen müssen.“ ... TO BE CONTINUED

Mittwoch, 16. März 2016

Ergebnis Panoramatest guuut!

In der 12. SSW kam endlich das Ergebnis vom Panoramatest mit Mikrodeletionsscreening. Ergebnis: Das Risiko für Trisomien und andere Chromosomenstörungen ist minimal.

Juhu! Beim Anruf meiner Frauenärztin ist mir eine mittelgrosser Felsblock vom Herzen gerollt. Der erste Test sieht gut aus. Puh!

Das ist schon Mal eine riesengrosse Erleichterung, obwohl ich noch nicht vollständig beruhigt bin, denn schliesslich erwartet mich noch der Ersttrimestertest inklusive Nackenfaltenmessung und Herzcheck. In der 14. SSW - am 29.3.16 ist es endlich soweit. Dann werden weitere Risiken ausgeschlossen.

Allerdings erfolgt der Hauptorgancheck erst in der 20. SSW - und ich habe schon von werdenden Müttern gehört, die dann noch abtreiben mussten, weil das Kind z.B. einen schweren Herzfehler hatte.

Ich hoffe so sehr, dass bei mir alles in Ordnung ist, denn leider ist mir "Quappi" - so der Arbeitstitel unseres Nachwuchses - mittlerweile schon ganz schön ans Herz gewachsen. Es wäre ganz schön schlimm, es wegmachen lassen zu müssen.

In den ersten paar SSW war es noch easy, aber durch die Ultraschall-Bilder, das gelegentliche Ziehen im Bauch und all die nette Annehmlichkeiten (Übelkeit, Erbrechen, Aufstossen, mittlerweile auch Rückenschmerzen), die mir diese SS beschert, habe ich schon eine ganz schöne Beziehung zu unserem ungeborenen Baby aufgebaut. Auch, wenn ich mir immer wieder sage, dass dies noch nicht gut ist, weil es immer noch sein kann, dass ich es verliere, oder es wegmachen lassen muss.

Am 29.3. erfahren wir dann auch Quappis Geschlecht. Dadurch wird das ganze noch enger. Trotzdem möchte ich es wissen, schliesslich muss man ja Namen aussuchen und sich über eine Babyzimmereinrichtung Gedanken machen.

Früher habe ich mir immer ein Mädchen gewünscht, aber jetzt glaube ich - warum auch immer - dass es ein Junge wird. Vielleicht, weil ich einmal davon geträumt habe? Vielleicht, weil ich mit Richard schon einen zuckersüssen Neffen habe? Vielleicht, weil die meisten Erstgeborenen meiner Freundinnen Jungs waren? Ich weiss es nicht.

Mittlerweile ist mir - ehrlich gesagt - dass Geschlecht scheissegal: Hauptsache Quappi ist gesund!!!


Mittwoch, 9. März 2016

Der zweite Ultraschall

Heute war es endlich soweit, mein zweiter Frauenarzt-Termin mit Ultraschall. Ausserdem stand noch die Blutabnehmen für den Panoramatest an. Für diesen habe ich mich entschieden, weil ich schon relativ früh sicher sein möchte, ob ich Quappi behalte oder, ob ich es doch ziehen lassen muss.
Quappi 2
Ich hoffe so sehr, das alles in Ordnung ist, denn jetzt in der SSW 11+2 habe ich mich doch schon sehr an meinen kleinen Bauchbewohner gewöhnt. Er ist mir bereits ans Herz gewachsen und ich denke die ganze Zeit daran, was ich alles noch organisieren muss, bis "Mini-us" geboren wird.

Nicht auszudenken, wenn es eine schwere Behinderung aufweist. Bloss nicht daran denken, und das Beste hoffen!

Heute beim Ultraschall wären mir fast die Tränen gekommen. Denn Quappi lag ruhig in seiner Fruchtblase, man sah nur das Herzchen schlagen. Doch plötzlich sagte meine Frauenärztin: "Oh, jetzt ist es aufgewacht."Und tatsächlich Quappi zuckte plötzlich und strampelte wie wild mit den Ärmchen und Beinchen. Ein unglaubliches Gefühl! Denn dieses 3.2 Zentimeter kleine Wesen, von dem man nun schon die Bein- und Armansätze sehen kann, das lebt. In mir. Ist es zu fassen? Erst jetzt beginne ich langsam zu verstehen, was der Begriff "Wunder des Lebens" tatsächlich bedeutet.

In zehn Tagen weiss ich - aufgrund der Ergebnisse des Panoramatests schon relativ sicher, ob Quappi eine Trisomie oder andere schwere Behinderungen aufweist, und TATA, auch, welches Geschlecht es hat. Ende März, in der 14. SSW, habe ich dann noch eine Feinultraschall bei welchem die Nackenfaltentransparenz gemessen und schon einige Organe angeschaut werden.

Die ersten Wochen der Schwangerschaft hatte ich vor allem mit meinem persönlichen Befinden zu kämpfen, Übelkeit, Erbrechen, Blähbauch und Aufstossen. Wie wunderbar. Nun beginne ich mir langsam Sorgen um Quappis Gesundheit zu machen. Was, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Behinderung hoch ist? Der Panoramatest ist nämlich nur ein Wahrscheinlichkeitstest, also keine absolute Gewissheit. Lieber nicht daran denken.

GUT ZU WISSEN

Beim Panoramatest werden aus der Blutprobe der Mutter die Blutzellen des Fötus extrahiert. Dadurch können Wahrscheinlichkeiten für verschiedene Trisomien (13, 18 und 21), wobei die Trisomie 21 noch die harmloseste Variante ist. Bei den anderen beiden Chromosomenstörungen stirbt das Baby im ersten Lebensjahr.
Der Panoramatest kostet 950 Franken und wird nur bei einer erhöhten Anzeige der Nackentransparenz, also bei einem erhöhtem Krankheitsrisiko des Kindes von der Krankenkasse bezahlt. 

Weitere 250 Franken kostet das Mikro-Deletionsscreening, ein weiterer Test, der mit der selben Blutprobe durchgeführt werden kann und weitere Behinderungswahrscheinlichkeiten ermittelt.